Zink gehört zu den Spurenelementen, die dein Körper zwar nur in kleinen Mengen benötigt, auf die er aber keinesfalls verzichten kann. Es unterstützt zahlreiche Stoffwechselprozesse, spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem und trägt unter anderem zur normalen Funktion der Haut, der Haare und der Nägel bei. Da der Körper Zink nicht selbst herstellen und nur begrenzt speichern kann, solltest du das Spurenelement regelmäßig über deine Ernährung aufnehmen.

Doch welche Lebensmittel enthalten besonders viel Zink? Reichen pflanzliche Quellen aus oder sind tierische Lebensmittel die bessere Wahl? Und wie kannst du die Aufnahme verbessern?

In diesem Artikel erfährst du, welche Lebensmittel besonders zinkreich sind, worauf du bei der Auswahl achten solltest und wie du deinen täglichen Bedarf auf natürliche Weise decken kannst.

Warum ist Zink so wichtig?

Zink ist an Hunderten von Enzymreaktionen im Körper beteiligt. Dadurch übernimmt das Spurenelement zahlreiche Aufgaben, die für deine Gesundheit wichtig sind.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Unterstützung einer normalen Funktion des Immunsystems

  • Beitrag zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress

  • Beteiligung an der Zellteilung

  • Unterstützung einer normalen Eiweißsynthese

  • Beitrag zum Erhalt normaler Haut, Haare und Nägel

  • Unterstützung eines normalen Säure-Basen-Stoffwechsels

  • Beitrag zu einer normalen Fruchtbarkeit und Fortpflanzung

  • Unterstützung einer normalen kognitiven Funktion

Da Zink an so vielen Prozessen beteiligt ist, kann eine dauerhaft unzureichende Versorgung verschiedene Beschwerden begünstigen. Dazu zählen beispielsweise eine erhöhte Infektanfälligkeit, eine verzögerte Wundheilung oder Veränderungen an Haut und Nägeln. Solche Symptome können allerdings viele Ursachen haben und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wie viel Zink brauchst du täglich?

Der tägliche Bedarf hängt unter anderem von Alter, Geschlecht und der Ernährung ab. Besonders entscheidend ist die Aufnahme von Phytat. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Pflanzenstoff, der vor allem in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten vorkommt. Phytat kann die Aufnahme von Zink im Darm verringern.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene je nach Phytatzufuhr unterschiedliche Mengen.

Ungefähre Richtwerte:

PersonengruppeEmpfohlene Zinkzufuhr pro Tag
Frauenetwa 7 bis 10 mg
Männeretwa 11 bis 16 mg
Schwangere und Stillendeerhöhter Bedarf

 

Wer sich überwiegend pflanzlich ernährt, sollte besonders auf eine ausreichende Zinkzufuhr achten, da pflanzliches Zink oft schlechter aufgenommen wird.

Die besten Lebensmittel mit Zink

Viele Menschen denken bei Zink sofort an Austern. Tatsächlich gibt es jedoch zahlreiche Lebensmittel, mit denen du deinen Bedarf im Alltag gut decken kannst.

Austern – Spitzenreiter beim Zinkgehalt

Austern enthalten deutlich mehr Zink als nahezu jedes andere Lebensmittel. Bereits wenige Austern liefern oft den kompletten Tagesbedarf.

Allerdings stehen sie nicht regelmäßig auf dem Speiseplan und sind vergleichsweise teuer. Für die meisten Menschen spielen deshalb andere Lebensmittel eine größere Rolle.

Rindfleisch

Rindfleisch zählt zu den besten alltäglichen Zinkquellen. Gleichzeitig wird das enthaltene Zink vom Körper gut aufgenommen.

Besonders zinkreich sind:

  • Rindersteak

  • Rinderhackfleisch

  • Rinderbraten

  • Rinderleber

Bereits eine normale Portion kann einen erheblichen Teil des Tagesbedarfs decken.

Schweinefleisch

Auch Schweinefleisch liefert nennenswerte Mengen an Zink. Mageres Schweinefilet oder Schweinelende eignen sich gut für eine ausgewogene Ernährung.

Käse

Hartkäse enthält mehr Zink als viele andere Milchprodukte.

Zu den guten Quellen gehören unter anderem:

  • Emmentaler

  • Gouda

  • Bergkäse

  • Edamer

Zusätzlich liefern diese Lebensmittel hochwertiges Eiweiß und Calcium.

Eier

Eier enthalten zwar weniger Zink als Fleisch, leisten aber dennoch einen wertvollen Beitrag zur täglichen Versorgung. Gleichzeitig liefern sie viele weitere wichtige Nährstoffe.

Meeresfrüchte

Neben Austern enthalten auch andere Meeresfrüchte Zink.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Garnelen

  • Krabben

  • Muscheln

Je nach Art unterscheiden sich die Gehalte jedoch deutlich.

Pflanzliche Lebensmittel mit Zink

Auch ohne Fleisch kannst du Zink aufnehmen. Allerdings ist es sinnvoll, verschiedene Lebensmittel miteinander zu kombinieren.

Kürbiskerne

Kürbiskerne gehören zu den besten pflanzlichen Zinkquellen überhaupt.

Du kannst sie vielseitig verwenden:

  • im Müsli

  • über Salate

  • im Brot

  • als Snack

  • im Joghurt

Schon eine kleine Portion liefert mehrere Milligramm Zink.

Sonnenblumenkerne

Auch Sonnenblumenkerne enthalten beachtliche Mengen an Zink. Sie eignen sich gut als Topping oder zum Backen.

Sesam

Sesam liefert neben Zink außerdem Calcium, Magnesium und gesunde Fette.

Besonders beliebt sind:

  • Sesam im Brot

  • Tahin

  • gerösteter Sesam als Topping

Cashewkerne

Cashews gehören zu den zinkreichsten Nüssen.

Daneben enthalten sie:

  • Magnesium

  • Eisen

  • Kupfer

  • pflanzliches Eiweiß

Eine kleine Handvoll eignet sich gut als Zwischenmahlzeit.

Mandeln und Walnüsse

Mandeln und Walnüsse liefern ebenfalls Zink, wenn auch in geringeren Mengen als Cashewkerne oder Kürbiskerne. Trotzdem tragen sie zu einer abwechslungsreichen Ernährung bei.

Haferflocken

Haferflocken zählen zu den beliebtesten Vollkornprodukten.

Sie enthalten:

  • Ballaststoffe

  • pflanzliches Eiweiß

  • Magnesium

  • Eisen

  • Zink

Besonders als Frühstück sind sie eine gute Grundlage für eine ausgewogene Ernährung.

Hülsenfrüchte

Linsen, Bohnen und Kichererbsen liefern ebenfalls Zink.

Außerdem enthalten sie:

  • pflanzliches Eiweiß

  • Ballaststoffe

  • Folsäure

  • Eisen

Damit der Körper das Zink besser aufnehmen kann, lohnt es sich, Hülsenfrüchte vor dem Kochen einzuweichen.

Vollkornprodukte

Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Naturreis enthalten mehr Zink als stark verarbeitete Getreideprodukte.

Gleichzeitig liefern sie viele Ballaststoffe und sorgen für eine längere Sättigung.

Allerdings enthalten sie auch Phytat, wodurch ein Teil des Zinks gebunden wird.

Tabelle: Lebensmittel mit besonders viel Zink

Die folgenden Werte dienen als Orientierung und können je nach Sorte und Verarbeitung leicht variieren.

LebensmittelZink pro 100 g (ca.)
Austern20–80 mg
Kürbiskerne7–8 mg
Rindfleisch4–6 mg
Cashewkerne5–6 mg
Emmentaler4–5 mg
Schweinefleisch2–4 mg
Sonnenblumenkerne4–5 mg
Sesam5–7 mg
Haferflocken3–4 mg
Linsen (trocken)3–4 mg
Eieretwa 1–2 mg

Welche Lebensmittel verbessern die Zinkaufnahme?

Nicht nur der Zinkgehalt entscheidet darüber, wie viel dein Körper tatsächlich aufnehmen kann.

Diese Faktoren können die Aufnahme unterstützen:

Eiweißreiche Lebensmittel

Tierisches Eiweiß verbessert die Bioverfügbarkeit von Zink. Deshalb wird Zink aus Fleisch oder Käse meist besser aufgenommen als aus rein pflanzlichen Quellen.

Einweichen und Keimen

Bei Hülsenfrüchten, Nüssen und Getreide kann Einweichen oder Keimen den Phytatgehalt reduzieren.

Dadurch steht mehr Zink für die Aufnahme zur Verfügung.

Sauerteigbrot

Sauerteig baut während der Teigführung einen Teil des Phytats ab. Deshalb kann der Körper Zink aus Sauerteigbrot oft besser verwerten als aus herkömmlichem Brot.

Welche Lebensmittel können die Aufnahme hemmen?

Einige Inhaltsstoffe können die Zinkaufnahme verringern.

Dazu gehören unter anderem:

  • große Mengen Phytat

  • sehr hohe Mengen an Calciumpräparaten gleichzeitig mit Zink

  • hohe Eisendosen aus Nahrungsergänzungsmitteln

  • übermäßiger Alkoholkonsum

Im Alltag ist das meist nur relevant, wenn mehrere dieser Faktoren zusammentreffen oder Nahrungsergänzungsmittel ungünstig kombiniert werden.

Lebensmittel mit Zink clever kombinieren

Eine ausgewogene Ernährung lebt von der richtigen Mischung verschiedener Lebensmittel. Wenn du mehrere zinkreiche Lebensmittel über den Tag verteilst, fällt es meist leichter, den Bedarf zu decken.

Ein Beispiel für einen zinkreichen Tag könnte so aussehen:

Frühstück

Haferflocken mit Naturjoghurt, Cashewkernen und Kürbiskernen liefern bereits eine gute Portion Zink sowie Eiweiß und Ballaststoffe.

Mittagessen

Ein Vollkornbrot mit Käse oder ein Rindfleischgericht mit Gemüse und Kartoffeln trägt ebenfalls zur Versorgung bei.

Snack

Eine Handvoll Nüsse oder Samen eignet sich ideal für zwischendurch.

Abendessen

Ein Linseneintopf, Kichererbsensalat oder ein Gericht mit magerem Schweinefleisch ergänzt die tägliche Zinkaufnahme.

Auf diese Weise verteilt sich die Zinkzufuhr gleichmäßig über den Tag.

Lebensmittel mit Zink für Vegetarier

Auch mit einer vegetarischen Ernährung kannst du deinen Zinkbedarf gut decken. Wichtig ist, regelmäßig verschiedene Zinkquellen zu kombinieren.

Besonders geeignet sind:

  • Kürbiskerne

  • Cashewkerne

  • Sesam

  • Haferflocken

  • Käse

  • Eier

  • Linsen

  • Kichererbsen

  • Bohnen

  • Vollkornprodukte

Da pflanzliche Lebensmittel Phytat enthalten, lohnt es sich, Hülsenfrüchte einzuweichen oder gekeimte Produkte zu verwenden. Auch Sauerteigbrot kann die Verfügbarkeit von Zink verbessern.

Lebensmittel mit Zink für Veganer

Bei einer veganen Ernährung stammt Zink ausschließlich aus pflanzlichen Lebensmitteln. Das ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Lebensmittelauswahl.

Diese Lebensmittel sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen:

  • Kürbiskerne

  • Hanfsamen

  • Sesam

  • Cashewkerne

  • Sonnenblumenkerne

  • Haferflocken

  • Vollkorngetreide

  • Linsen

  • Kichererbsen

  • Weiße Bohnen

  • Kidneybohnen

  • Tofu

  • Tempeh

Außerdem hilft es, Vollkornprodukte als Sauerteigbrot zu wählen oder Getreide und Hülsenfrüchte vor der Zubereitung einzuweichen. Dadurch kann der Phytatgehalt sinken und die Aufnahme von Zink verbessert werden.

Welche Menschen haben einen erhöhten Zinkbedarf?

Bestimmte Lebenssituationen können den Bedarf an Zink erhöhen oder die Versorgung erschweren.

Dazu gehören unter anderem:

  • Schwangerschaft

  • Stillzeit

  • Wachstum im Kindes- und Jugendalter

  • Leistungssport

  • eine überwiegend pflanzliche Ernährung

  • höheres Lebensalter

  • bestimmte Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen können

Wenn du vermutest, dass bei dir ein Zinkmangel vorliegt oder eine Erkrankung die Aufnahme beeinflusst, solltest du ärztlichen Rat einholen. Eine eigenständige Einnahme hoch dosierter Nahrungsergänzungsmittel ist nicht immer sinnvoll.

Woran erkennst du einen möglichen Zinkmangel?

Ein ausgeprägter Zinkmangel ist bei gesunden Menschen mit einer abwechslungsreichen Ernährung eher selten. Dennoch kann eine unzureichende Versorgung vorkommen.

Mögliche Anzeichen sind:

  • häufige Infekte

  • verzögerte Wundheilung

  • trockene oder gereizte Haut

  • brüchige Nägel

  • Haarausfall

  • verminderter Appetit

  • eingeschränkter Geschmacks- oder Geruchssinn

Diese Beschwerden können jedoch viele Ursachen haben und sind kein Beweis für einen Zinkmangel. Deshalb sollte eine medizinische Abklärung erfolgen, bevor Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig?

Für die meisten Menschen gilt: Eine ausgewogene Ernährung liefert ausreichend Zink.

Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, beispielsweise wenn ein ärztlich festgestellter Mangel vorliegt oder der Bedarf aufgrund einer Erkrankung erhöht ist. Sie sollten jedoch nicht dauerhaft und ohne fachliche Empfehlung eingenommen werden.

Zu viel Zink kann unerwünschte Wirkungen haben. Eine langfristig hohe Aufnahme kann unter anderem die Versorgung mit Kupfer beeinträchtigen und Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Lebensmittel bleiben deshalb die beste Grundlage für eine ausreichende Zinkversorgung.

Praktische Tipps für mehr Zink im Alltag

Schon kleine Veränderungen können dazu beitragen, mehr Zink über die Ernährung aufzunehmen.

  • Streue Kürbiskerne oder Sesam über Salate und Suppen.

  • Ergänze dein Frühstück mit Haferflocken und Cashewkernen.

  • Verwende Hülsenfrüchte regelmäßig als Beilage oder Hauptgericht.

  • Greife häufiger zu Vollkornprodukten aus Sauerteig.

  • Baue Käse oder Eier in deinen Speiseplan ein, wenn du dich vegetarisch ernährst.

  • Iss Nüsse und Samen als Snack statt stark verarbeiteter Knabbereien.

  • Weiche Bohnen, Kichererbsen und Linsen vor dem Kochen ein.

Diese Gewohnheiten helfen nicht nur bei der Zinkversorgung, sondern unterstützen insgesamt eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung.

Häufige Fragen zu Lebensmitteln mit Zink

Welche Lebensmittel enthalten am meisten Zink?

Zu den Spitzenreitern zählen Austern, Kürbiskerne, Sesam, Cashewkerne, Rindfleisch, Hartkäse und Sonnenblumenkerne. Auch Hülsenfrüchte und Haferflocken tragen zur Zinkversorgung bei.

Welches Obst enthält viel Zink?

Obst ist keine bedeutende Zinkquelle. Es enthält meist nur geringe Mengen. Für eine ausreichende Zinkzufuhr eignen sich Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Fleisch oder Milchprodukte deutlich besser.

Sind Kürbiskerne wirklich so reich an Zink?

Ja. Kürbiskerne gehören zu den zinkreichsten pflanzlichen Lebensmitteln und lassen sich leicht in den Speiseplan integrieren. Bereits eine kleine Portion liefert einen spürbaren Beitrag zur täglichen Versorgung.

Können Vegetarier genug Zink aufnehmen?

Ja. Mit einer abwechslungsreichen Ernährung aus Milchprodukten, Eiern, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen lässt sich der Bedarf in der Regel gut decken.

Wie kann ich die Aufnahme von Zink verbessern?

Das Einweichen oder Keimen von Hülsenfrüchten und Getreide sowie Sauerteigbrot können die Bioverfügbarkeit erhöhen. Außerdem wird Zink aus tierischen Lebensmitteln meist besser aufgenommen als aus pflanzlichen Quellen.

Welche Nüsse enthalten besonders viel Zink?

Cashewkerne gehören zu den besten Zinkquellen unter den Nüssen. Auch Mandeln, Walnüsse und Pekannüsse liefern kleinere Mengen und ergänzen eine ausgewogene Ernährung sinnvoll.

Fazit

Lebensmittel mit Zink sollten regelmäßig auf deinem Speiseplan stehen, denn der Körper kann das Spurenelement weder selbst bilden noch in großen Mengen speichern. Besonders gute Quellen sind Austern, Rindfleisch, Hartkäse und Schweinefleisch. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann den Bedarf ebenfalls decken – vor allem mit Kürbiskernen, Sesam, Cashewkernen, Hülsenfrüchten, Haferflocken und Vollkornprodukten.

Entscheidend ist nicht nur der Zinkgehalt eines einzelnen Lebensmittels, sondern die gesamte Ernährung. Eine abwechslungsreiche Auswahl, die geschickte Kombination verschiedener Zinkquellen und eine schonende Zubereitung tragen dazu bei, die Aufnahme zu verbessern.

Wenn du auf eine ausgewogene Ernährung achtest und regelmäßig zinkreiche Lebensmittel einbaust, unterstützt du deinen Körper auf natürliche Weise bei vielen wichtigen Stoffwechselprozessen – ganz ohne unnötige Nahrungsergänzungsmittel.