Wer fitter werden möchte, denkt oft zuerst an Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Diese Sportarten verbessern zwar die Ausdauer, doch sie sind nur ein Teil eines ausgewogenen Trainings. Wenn dein Ziel darin besteht, Muskeln aufzubauen, stärker zu werden oder deine Schnelligkeit zu verbessern, spielt anaerobes Training eine entscheidende Rolle.
Dabei handelt es sich um intensive Belastungen, bei denen dein Körper Energie schneller benötigt, als sie über die normale Sauerstoffversorgung bereitgestellt werden kann. Genau dieser hohe Trainingsreiz sorgt dafür, dass sich Muskeln anpassen, Kraft zunimmt und deine Leistungsfähigkeit steigt.
Anaerobes Training ist längst nicht nur für Leistungssportler interessant. Auch Freizeitsportler profitieren davon, denn kräftige Muskeln unterstützen die Gelenke, verbessern die Körperhaltung und erleichtern viele Bewegungen im Alltag. Gleichzeitig kann ein gut geplanter Trainingsmix dabei helfen, den Energieverbrauch zu erhöhen und die allgemeine Fitness zu verbessern.
In diesem Ratgeber erfährst du verständlich erklärt, was anaerobes Training ist, wie dein Körper dabei Energie gewinnt, welche Vorteile es bietet und wie du sicher in diese Trainingsform einsteigst.
Was bedeutet anaerobes Training?
Der Begriff anaerob stammt aus dem Griechischen und bedeutet „ohne Sauerstoff“. Das führt häufig zu Missverständnissen. Natürlich atmest du während des Trainings weiterhin Sauerstoff ein. Gemeint ist vielmehr, dass die Muskulatur während sehr intensiver Belastungen schneller Energie benötigt, als über den aeroben Stoffwechsel bereitgestellt werden kann.
Damit du trotzdem weiter Leistung erbringen kannst, greift dein Körper auf andere Energiesysteme zurück. Diese liefern innerhalb kürzester Zeit große Energiemengen, sind jedoch nur begrenzt verfügbar.
Typische Beispiele sind:
schwere Kniebeugen
Bankdrücken
Klimmzüge
Sprints
Bergläufe
HIIT-Einheiten
explosive Sprungübungen
Wettkampfsituationen mit hoher Belastung
Je höher die Intensität ist, desto stärker arbeitet dein Körper anaerob.
Wie gewinnt dein Körper Energie?
Damit sich Muskeln zusammenziehen können, benötigen sie ständig Adenosintriphosphat (ATP). Dieser Energieträger steht allerdings nur in sehr kleinen Mengen zur Verfügung. Deshalb muss dein Körper ihn ununterbrochen neu bilden.
Je nach Belastungsdauer nutzt dein Organismus unterschiedliche Systeme.
1. ATP-Kreatinphosphat-System
Dieses Energiesystem liefert sofort Energie und kommt bei maximalen Belastungen zum Einsatz.
Beispiele:
100-Meter-Sprint
Gewichtheben
Sprungkrafttraining
explosiver Start beim Fußball
Der große Vorteil liegt in der Geschwindigkeit. Energie steht praktisch ohne Verzögerung bereit. Allerdings sind die Speicher bereits nach etwa sechs bis zehn Sekunden weitgehend erschöpft.
2. Anaerobe Glykolyse
Hält die Belastung länger an, beginnt der Körper Kohlenhydrate ohne ausreichende Sauerstoffversorgung zu verwerten.
Dabei entsteht Laktat.
Lange Zeit galt Laktat als Ursache für Muskelkater. Heute weiß man, dass Muskelkater vor allem durch kleinste Verletzungen der Muskelfasern entsteht. Laktat dient sogar als zusätzlicher Energieträger und wird vom Körper später wieder verwertet.
Steigt die Laktatkonzentration jedoch stark an, sinkt der pH-Wert in der Muskulatur. Dadurch fällt es schwerer, die hohe Intensität aufrechtzuerhalten. Genau deshalb musst du nach einem Sprint oder einem intensiven Satz Kniebeugen oft erst einmal durchatmen.
Anaerobes und aerobes Training im Vergleich
Beide Trainingsformen erfüllen unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich ideal.
| Aerobes Training | Anaerobes Training |
|---|---|
| niedrige bis mittlere Intensität | hohe bis maximale Intensität |
| lange Belastungsdauer | kurze Belastungsdauer |
| Energiegewinnung überwiegend mit Sauerstoff | Energiegewinnung überwiegend ohne ausreichenden Sauerstoff |
| verbessert Ausdauer | verbessert Kraft und Schnellkraft |
| trainiert Herz und Kreislauf | setzt starke Muskelreize |
| Beispiele: Wandern, Radfahren, Joggen | Beispiele: Krafttraining, Sprint, HIIT |
Viele Menschen glauben, sie müssten sich für eine Trainingsform entscheiden. Das ist jedoch nicht notwendig. Ein ausgewogener Trainingsplan kombiniert beide Bereiche und nutzt deren jeweilige Vorteile.
Welche Vorteile bietet anaerobes Training?
Regelmäßiges anaerobes Training beeinflusst viele Bereiche deiner Fitness positiv.
Effektiver Muskelaufbau
Einer der wichtigsten Vorteile ist der Aufbau von Muskelmasse.
Während intensiver Belastungen entstehen kleinste Mikroverletzungen in den Muskelfasern. Anschließend repariert der Körper diese Strukturen. Werden ausreichend Eiweiß, Energie und Erholung bereitgestellt, passt sich die Muskulatur an und wächst.
Dieser Prozess benötigt Zeit. Deshalb entstehen Muskeln nicht während des Trainings, sondern vor allem in den Regenerationsphasen.
Mehr Maximalkraft
Schwere Gewichte verbessern nicht nur die Muskulatur selbst. Gleichzeitig lernt dein Nervensystem, mehr Muskelfasern gleichzeitig zu aktivieren.
Dadurch kannst du langfristig höhere Kräfte entwickeln. Das macht sich nicht nur im Fitnessstudio bemerkbar, sondern beispielsweise auch beim Tragen schwerer Einkaufstaschen oder beim Heben von Umzugskartons.
Verbesserte Schnellkraft
Viele Sportarten verlangen explosive Bewegungen.
Dazu gehören unter anderem:
Fußball
Handball
Volleyball
Basketball
Tennis
Leichtathletik
Kampfsport
Anaerobes Training verbessert die Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit möglichst viel Kraft zu entwickeln.
Höherer Energieverbrauch
Intensive Trainingseinheiten verbrauchen bereits während der Belastung viel Energie.
Zusätzlich bleibt der Stoffwechsel nach dem Training für einige Zeit erhöht. Dieser Effekt wird als Nachbrenneffekt bezeichnet. Zwar sollte seine Bedeutung nicht überschätzt werden, dennoch trägt er zum gesamten Energieverbrauch bei.
Verbesserte Insulinsensitivität
Muskelzellen reagieren durch regelmäßiges Krafttraining häufig besser auf Insulin.
Dadurch kann Glukose effizienter aufgenommen und genutzt werden. Das unterstützt einen gesunden Zuckerstoffwechsel und verbessert gleichzeitig die Energieversorgung der Muskulatur.
Kräftigere Knochen
Muskeln ziehen bei jeder Bewegung an den Knochen. Dadurch entstehen mechanische Reize, auf die der Körper reagiert.
Regelmäßiges Krafttraining kann deshalb dazu beitragen, die Knochendichte zu erhalten oder zu verbessern. Gerade mit zunehmendem Alter gewinnt dieser Effekt an Bedeutung.
Mehr Stabilität im Alltag
Kräftige Muskeln entlasten Gelenke und verbessern die Körperhaltung.
Viele Alltagsbewegungen fallen dadurch leichter:
Treppen steigen
schwere Gegenstände tragen
Gartenarbeit
Hausarbeiten
längeres Gehen
Aufstehen aus der Hocke
Gerade ältere Erwachsene profitieren deshalb von regelmäßigem Krafttraining.
Welche Muskeln profitieren besonders?
Grundsätzlich reagiert nahezu jede Muskelgruppe auf anaerobe Belastungen.
Besonders häufig trainiert werden:
Beine
Die Beinmuskulatur zählt zu den größten Muskelgruppen des Körpers.
Übungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte oder Beinpresse verbessern:
Kraft
Stabilität
Gleichgewicht
Sprungkraft
Rücken
Ein kräftiger Rücken unterstützt eine gesunde Körperhaltung und kann Rückenbeschwerden durch Bewegungsmangel vorbeugen.
Geeignete Übungen sind:
Rudern
Kreuzheben
Klimmzüge
Latziehen
Brust und Schultern
Diese Muskelgruppen kommen vor allem bei Druckbewegungen zum Einsatz.
Typische Übungen:
Bankdrücken
Liegestütze
Schulterdrücken
Dips
Arme
Bizeps und Trizeps unterstützen viele Zug- und Druckbewegungen.
Isolationstraining kann sinnvoll sein, sollte jedoch Grundübungen nicht ersetzen.
Rumpf
Eine stabile Körpermitte verbessert die Kraftübertragung zwischen Ober- und Unterkörper.
Geeignete Übungen sind unter anderem:
Planks
Hanging Leg Raises
Pallof Press
Farmer’s Walk
Für wen eignet sich anaerobes Training?
Entgegen vieler Vorurteile eignet sich anaerobes Training keineswegs nur für Bodybuilder.
Es kann sinnvoll sein für:
Einsteiger
Freizeitsportler
ambitionierte Athleten
Senioren mit angepasster Belastung
Menschen, die Muskeln erhalten möchten
Personen, die ihre Leistungsfähigkeit verbessern wollen
Entscheidend ist, dass Intensität und Trainingsumfang zum individuellen Leistungsstand passen.
Wer längere Zeit keinen Sport betrieben hat oder unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkproblemen oder anderen chronischen Beschwerden leidet, sollte vor Beginn eines intensiven Trainingsprogramms ärztlichen Rat einholen.
Welche Sportarten sind überwiegend anaerob?
Viele beliebte Sportarten enthalten anaerobe Belastungsphasen.
Dazu gehören beispielsweise:
Krafttraining
CrossFit
Sprinttraining
HIIT
Gewichtheben
Rugby
American Football
Eishockey
Kampfsport
Geräteturnen
Kurzstreckenschwimmen
Selbst Ausdauersportarten enthalten oft anaerobe Abschnitte. Beim Endspurt eines 5-Kilometer-Laufs arbeitet dein Körper beispielsweise deutlich stärker anaerob als während des lockeren Laufens.
Häufige Irrtümer über anaerobes Training
„Anaerobes Training ist nur etwas für Profis.“
Das stimmt nicht. Auch Anfänger können davon profitieren, sofern sie mit moderaten Gewichten beginnen und die Technik sauber erlernen.
„Laktat ist schädlich.“
Laktat ist kein Abfallprodukt, das den Körper vergiftet. Es entsteht ganz natürlich während intensiver Belastungen und kann später sogar wieder als Energiequelle dienen.
„Man braucht schwere Gewichte.“
Hohe Intensität lässt sich auch mit dem eigenen Körpergewicht erreichen. Übungen wie Burpees, Sprungkniebeugen oder explosive Liegestütze können ebenfalls anaerobe Reize setzen.
„Je öfter, desto besser.“
Muskeln wachsen während der Regeneration. Wer täglich dieselben Muskelgruppen maximal belastet, riskiert Übertraining und Verletzungen.
Die besten Übungen für anaerobes Training
Welche Übungen für dich geeignet sind, hängt von deinem Trainingsziel und deinem Fitnesslevel ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Muskelgruppen gleichzeitig arbeiten und je höher die Belastung ist, desto stärker wird das anaerobe Energiesystem gefordert.
Kniebeugen
Kniebeugen gehören zu den effektivsten Ganzkörperübungen überhaupt. Sie trainieren vor allem Oberschenkel, Gesäß und Rumpf. Gleichzeitig verbessern sie die Stabilität und fördern die Koordination.
Achte darauf, den Rücken während der gesamten Bewegung gerade zu halten. Die Knie sollten sich in Richtung der Fußspitzen bewegen, ohne weit nach innen einzuknicken.
Kreuzheben
Beim Kreuzheben arbeiten nahezu alle großen Muskelgruppen zusammen. Rücken, Beine, Gesäß und Unterarme werden gleichzeitig belastet.
Da diese Übung technisch anspruchsvoll ist, solltest du zunächst mit einem leichten Gewicht beginnen oder dir die Ausführung von einem erfahrenen Trainer zeigen lassen.
Bankdrücken
Das Bankdrücken stärkt vor allem Brust, Schultern und Trizeps. Gleichzeitig wird die Rumpfmuskulatur aktiviert, um den Körper zu stabilisieren.
Wähle ein Gewicht, das du sauber kontrollieren kannst. Eine korrekte Technik ist wichtiger als möglichst viele Kilogramm auf der Hantel.
Klimmzüge
Klimmzüge zählen zu den anspruchsvollsten Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Sie kräftigen den gesamten Rücken sowie Bizeps und Schultern.
Falls dir klassische Klimmzüge noch schwerfallen, kannst du zunächst ein Widerstandsband zur Unterstützung verwenden oder am Latzug trainieren.
Sprints
Kurze Sprints über 20 bis 100 Meter gehören zu den klassischen anaeroben Belastungen. Sie verbessern die Schnellkraft, fördern die Explosivität und beanspruchen die Beinmuskulatur intensiv.
Zwischen den einzelnen Sprints solltest du ausreichend Pause einlegen, damit du jede Wiederholung mit hoher Intensität ausführen kannst.
Burpees
Burpees verbinden Kniebeuge, Liegestütz und Sprung zu einer dynamischen Ganzkörperübung. Bereits wenige Wiederholungen bringen den Kreislauf auf Touren und fordern zahlreiche Muskelgruppen gleichzeitig.
Kettlebell Swings
Mit Kettlebell Swings trainierst du Hüfte, Gesäß, Rücken und Schultern. Gleichzeitig verbessert die Übung deine Explosivkraft und deine allgemeine Athletik.
Box Jumps
Box Jumps gehören zum plyometrischen Training. Dabei springst du explosiv auf eine stabile Plattform und steigst anschließend kontrolliert wieder herunter.
Diese Übung verbessert vor allem Sprungkraft, Koordination und Schnellkraft.
Beispiel für einen Trainingsplan für Anfänger
Wenn du gerade erst mit anaerobem Training beginnst, reichen zwei bis drei Einheiten pro Woche vollkommen aus.
Aufwärmen (10 Minuten)
fünf Minuten lockeres Radfahren oder schnelles Gehen
Mobilisationsübungen für Schultern, Hüfte und Sprunggelenke
leichte Kniebeugen und Armkreisen
Hauptteil
Kniebeugen: 3 Sätze à 10 Wiederholungen
Liegestütze: 3 Sätze à 8 bis 12 Wiederholungen
Rudern mit Kurzhanteln: 3 Sätze à 10 Wiederholungen
Ausfallschritte: 3 Sätze je Bein
Plank: 3 Durchgänge à 30 Sekunden
Abschluss
lockeres Gehen
leichtes Dehnen
ruhige Atmung
Konzentriere dich zunächst auf eine saubere Technik. Erst wenn die Bewegungsabläufe sicher sitzen, solltest du die Gewichte langsam steigern.
Trainingsplan für Fortgeschrittene
Wer bereits Trainingserfahrung besitzt, kann die Intensität erhöhen.
Ein Beispiel:
Tag 1: Unterkörper
Kniebeugen
Kreuzheben
Beinpresse
Wadenheben
Tag 2: Oberkörper
Bankdrücken
Klimmzüge
Schulterdrücken
Rudern
Tag 3: HIIT oder Sprinttraining
acht Sprints über 30 Sekunden
jeweils 90 Sekunden Pause
Zwischen den Trainingstagen sollte mindestens ein Regenerationstag eingeplant werden.
HIIT als anaerobe Trainingsform
High Intensity Interval Training, kurz HIIT, zählt zu den beliebtesten Formen des anaeroben Trainings.
Dabei wechseln sich kurze Phasen mit maximaler Belastung und aktive Erholungsphasen ab.
Ein einfaches Beispiel:
30 Sekunden Burpees
30 Sekunden Pause
30 Sekunden Mountain Climbers
30 Sekunden Pause
30 Sekunden Kniebeugen mit Sprung
30 Sekunden Pause
Diesen Ablauf wiederholst du vier bis sechs Mal.
HIIT spart Zeit und kann sowohl die Kraftausdauer als auch die allgemeine Fitness verbessern.
Wie oft solltest du anaerob trainieren?
Die optimale Trainingshäufigkeit hängt von deinem Trainingsstand ab.
Als Orientierung gelten:
Anfänger: zwei Einheiten pro Woche
Fortgeschrittene: drei bis vier Einheiten
Leistungssportler: je nach Trainingsplan bis zu sechs Einheiten
Wichtig ist, dass dieselbe Muskelgruppe ausreichend Zeit zur Erholung erhält. In vielen Fällen sind 48 Stunden Pause sinnvoll.
Regeneration ist genauso wichtig wie das Training
Viele Sportler konzentrieren sich ausschließlich auf das Training und unterschätzen die Bedeutung der Erholung.
Während der Regeneration repariert dein Körper die beanspruchten Muskelfasern und passt sich an die Belastung an.
Folgende Faktoren unterstützen diesen Prozess:
ausreichend Schlaf
ausgewogene Ernährung
genügend Flüssigkeit
lockere Bewegung an Pausentagen
Stress möglichst reduzieren
Wer dauerhaft zu wenig schläft oder ständig erschöpft trainiert, wird seine Leistung nur schwer steigern können.
Ernährung vor dem anaeroben Training
Die richtige Mahlzeit vor dem Training liefert Energie und verbessert die Leistungsfähigkeit.
Etwa zwei bis drei Stunden vor dem Training eignen sich:
Haferflocken mit Joghurt
Vollkornbrot mit Putenbrust
Reis mit Gemüse
Kartoffeln mit magerem Eiweiß
Kurz vor dem Training kann eine Banane oder eine kleine Portion Trockenfrüchte sinnvoll sein.
Sehr fettige oder üppige Mahlzeiten können dagegen schwer im Magen liegen.
Ernährung nach dem Training
Nach einer intensiven Einheit benötigt dein Körper Baustoffe für die Regeneration.
Eine Kombination aus Eiweiß und Kohlenhydraten hat sich bewährt.
Geeignete Mahlzeiten sind beispielsweise:
Magerquark mit Beeren
Naturjoghurt mit Haferflocken
Omelett mit Vollkornbrot
Hähnchen mit Reis und Gemüse
Linseneintopf mit Vollkornbrot
Auch die Flüssigkeitszufuhr spielt eine wichtige Rolle. Trinke ausreichend Wasser, besonders wenn du stark geschwitzt hast.
Welche Rolle spielt Eiweiß?
Eiweiß liefert die Aminosäuren, die dein Körper für den Erhalt und Aufbau der Muskulatur benötigt.
Gute Eiweißquellen sind unter anderem:
Magerquark
Skyr
Eier
Fisch
Geflügel
Hülsenfrüchte
Tofu
Tempeh
fettarme Milchprodukte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Erwachsene eine tägliche Eiweißzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Wer regelmäßig Krafttraining betreibt, benötigt häufig etwas mehr. Der individuelle Bedarf hängt unter anderem von Trainingsumfang, Alter und Zielsetzung ab.
Häufige Fehler beim anaeroben Training
Zu hohe Gewichte
Viele möchten möglichst schnell Fortschritte sehen und wählen Gewichte, die sie kaum kontrollieren können.
Dadurch leidet die Technik und das Verletzungsrisiko steigt.
Unzureichendes Aufwärmen
Kalte Muskeln reagieren weniger leistungsfähig und sind anfälliger für Verletzungen.
Plane deshalb mindestens zehn Minuten für dein Warm-up ein.
Zu kurze Pausen
Wer ständig unter Zeitdruck trainiert, kann die Intensität oft nicht aufrechterhalten.
Ausreichende Satzpausen sorgen dafür, dass du bei den nächsten Wiederholungen wieder genügend Kraft hast.
Fehlende Progression
Bleibt das Trainingsgewicht über Monate unverändert, fehlen neue Reize.
Steigere Gewichte, Wiederholungen oder Trainingsumfang schrittweise.
Regeneration ignorieren
Mehr Training bedeutet nicht automatisch bessere Ergebnisse.
Ohne Erholung steigt das Risiko für Überlastungen, Leistungsabfall und anhaltende Müdigkeit.
Gibt es Risiken?
Für gesunde Menschen ist anaerobes Training grundsätzlich sicher, wenn die Belastung angemessen gewählt wird.
Dennoch gibt es Situationen, in denen Vorsicht geboten ist.
Dazu zählen unter anderem:
unbehandelter Bluthochdruck
akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen
schwere Gelenkverletzungen
akute Infekte mit Fieber
Falls du unter einer chronischen Erkrankung leidest oder länger keinen Sport betrieben hast, solltest du vor dem Einstieg ärztlich abklären lassen, welche Belastung für dich geeignet ist.
Anaerobes und aerobes Training sinnvoll kombinieren
Ein abwechslungsreicher Trainingsplan nutzt die Vorteile beider Trainingsformen.
Ein Beispiel:
Montag
Krafttraining
Dienstag
30 bis 45 Minuten lockeres Radfahren
Mittwoch
Pause oder Spaziergang
Donnerstag
HIIT oder Sprinttraining
Freitag
Ganzkörper-Krafttraining
Samstag
Schwimmen oder zügiges Gehen
Sonntag
Erholung oder Mobility-Training
So verbesserst du gleichzeitig Kraft, Muskelaufbau, Ausdauer und allgemeine Fitness.
Fazit
Anaerobes Training ist ein wichtiger Bestandteil eines ausgewogenen Trainingsprogramms. Durch kurze, intensive Belastungen stärkst du deine Muskulatur, verbesserst deine Schnellkraft und erhöhst deine körperliche Leistungsfähigkeit.
Dabei musst du weder Leistungssportler noch regelmäßiger Fitnessstudio-Besucher sein. Bereits zwei bis drei gut geplante Trainingseinheiten pro Woche können spürbare Fortschritte bringen. Entscheidend sind eine saubere Technik, ausreichend Regeneration und eine ausgewogene Ernährung.
Kombinierst du anaerobes Training mit moderatem Ausdauertraining, profitierst du von den Stärken beider Trainingsformen. So förderst du langfristig deine Fitness und schaffst eine gute Grundlage für einen aktiven und gesunden Alltag.
FAQ
Was ist anaerobes Training einfach erklärt?
Anaerobes Training umfasst kurze und sehr intensive Belastungen. Dabei benötigt dein Körper mehr Energie, als über die Sauerstoffversorgung bereitgestellt werden kann. Typische Beispiele sind Krafttraining, Sprints oder HIIT.
Ist Krafttraining immer anaerob?
Intensives Krafttraining nutzt überwiegend den anaeroben Stoffwechsel. Bei sehr leichten Gewichten und vielen Wiederholungen steigt jedoch auch der Anteil der aeroben Energiegewinnung.
Kann man mit anaerobem Training abnehmen?
Ja. Anaerobes Training erhöht den Kalorienverbrauch, unterstützt den Muskelaufbau und kann den Energieverbrauch nach dem Training leicht steigern. Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme ist jedoch eine passende Ernährung ebenso wichtig.
Wie lange sollte eine anaerobe Trainingseinheit dauern?
Je nach Trainingsziel reichen meist 30 bis 60 Minuten. Entscheidend ist die Intensität der Belastung und nicht die Gesamtdauer.
Ist HIIT anaerob?
HIIT enthält überwiegend anaerobe Belastungsphasen, beansprucht aber je nach Trainingsdauer auch das aerobe Energiesystem. Deshalb gilt es als Mischform mit hohem anaerobem Anteil.
Wie oft sollte ich anaerob trainieren?
Für die meisten Freizeitsportler sind zwei bis vier intensive Einheiten pro Woche ausreichend. Plane zwischen Belastungen derselben Muskelgruppen genügend Erholung ein.
Ist anaerobes Training für ältere Menschen geeignet?
Ja, sofern die Übungen an das individuelle Leistungsniveau angepasst werden. Besonders Krafttraining kann dazu beitragen, Muskelmasse, Gleichgewicht und Beweglichkeit im Alter zu erhalten. Bei bestehenden Erkrankungen ist eine ärztliche Rücksprache sinnvoll.
Was passiert im Körper während anaeroben Trainings?
Der Körper stellt Energie vor allem über Kreatinphosphat und die anaerobe Glykolyse bereit. Dadurch kann kurzfristig sehr viel Energie erzeugt werden, allerdings ermüdet die Muskulatur schneller als bei moderater Belastung.
